Reiseberichte

In diesem Blog stellen wir Ihnen in regelmäßigen Abständen Eindrücke unserer Reisen vor.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern.

Ruth und Jürgen Haberhauer

In der November/Dezember Ausgabe der 4x4 action berichten wir im Artikel "Von Birken und Bären" auf 12 Seiten über unsere Erlebnisse in Finnland. Es ist immer ein schönes Gefühl, die eigenen Fotos abgedruckt zu sehen, vor allem wenn es sich um ein Thema und Land handelt, das uns so am Herzen liegt wie Finnland.

Der braune Welpe blinzelt träge in die Nachmittagssonne. Durch seine halb geschlossenen Lider beobachtet er den kleinen Hof, in dem sonnenversengtes Gras zu wachsen versucht. Auf einmal schreckt er hoch. Ein zusammengerollter, feiner Holzspan ist ihm direkt vor die Pfoten gefallen. Direkt über ihm liegt auf zwei Böcken ein großer Eichenholzblock, aus dem die Form eines Grabkreuzes herausgeschält wurde. Über diesen beugt sich Dumitru Pop Tincu mit einem scharfen Schnitzmesser in der rechten Hand und produziert weitere Späne, die auf den Welpen herabregnen.

Das Wispern des Schilfs, das sich anhört wie tausend flüsternde Stimmen, wenn der Wind hindurch streift. Das Rufen der Vögel, das Summen der Insekten und das Quaken der Frösche. Ein Orchester, das auf Bäumen sitzt, sich im Unterholz versteckt, auf Tümpeln treibt oder sich auf den Blättern der Seerosen sonnt. Der Rhythmus wird von Wind und Wasser vorgegeben. Das ist die Musik des Donaudeltas.

Etwas ist an mir hängengeblieben. Zieht sich durch meine Sprache mit leicht rollendem „R“ und altvertrauten Worten, die meinen Mann manchmal zum Lachen bringen. Kommt leise und manchmal traurig zum Vorschein beim Betrachten schwarzweißer, ernster Gesichter in dicken Fotoalben. Sitzt mit am Tisch beim Familienbesuch, wenn es Kwetscheknedle mit Kartoffelteig gibt, die meine Urgroßmutter ganz genauso zubereitete, und wir über Geschichten von verkleideten Christkindern und früheren Spielkameraden lachen. Und geistert immer wieder durch meine Erinnerungen, lichtdurchflutet, unbeschwert und ein wenig sentimental. Da ist noch so viel in mir von diesem Ort in der staubigen Banater Tiefebene, in dem ich geboren wurde und die ersten elf Jahre meines Lebens verbringen durfte.

Wir waren doch recht erstaunt, als wir auf unseren Schrittzähler geschaut haben und er uns anzeigte, dass wir in der einen Woche, die wir in Wien verbracht haben, gute 86 Kilometer zu Fuß kreuz und quer durch die Stadt zurückgelegt haben. Es muss daran liegen, dass es in Österreichs Hauptstadt einfach unglaublich viel zu sehen gibt, und dass man als Besucher eigentlich nie genug Zeit haben kann, um alles auf sich wirken zu lassen und besuchen zu können.

Einmal im Jahr erscheint die Zeitschrift „4x4 travel“ und bietet Reisenden eine Fülle an Inspirationen für zukünftige Unternehmungen. Für die diesjährige Ausgabe durften wir einen zwölfseitigen Bericht über Rumänien, speziell die Karpaten, beisteuern.
In „So viel mehr als Dracula“ berichten wir von unseren Erfahrungen, die wir während zahlreicher Reisen gewinnen konnten, und hoffen, ausgehend von persönlichen Geschichten, die uns mit Rumänien verbinden, für den Leser einen weiteren Blick auf dieses spannende Land zu werfen. Daneben gibt es noch eine Fülle an Berichten, die das Fernweh schüren und Lust auf neue Abenteuer in der Nähe oder Ferne machen!